Bräuche in der Adventszeit

 

Adventskalender
Der Adventskalender hilft, die Tage bis Heiligabend zu zählen. Gerade für Kinder ist er eine gute Hilfe zur zeitlichen Orientierung.
Seine Entstehung verdanken wir vermutlich einem kleinen ungeduldigen Jungen mit Namen
Gerhard Lang. Weil seine Mutter die Fragerei ihres Sohnes nicht mehr ertragen konnte, nähte sie ihm 24 Gebäckstücke auf einen Karton. Dabei versprach sie ihrem ungeduldigen Kind, es könne jeden Tag eines der süßen Sachen essen. 'Und wenn du alle aufgegessen hast, dann kommt das Christkind zu dir.' Als Inhaber einer Druckerei erinnerte sich der 22-jährige Gerhard an den Einfall seiner Mutter und brachte im Jahre 1903 den ersten gedruckten Adventskalender heraus: einen Karton mit 24 Kästchen, dazu einen Bogen mit ebenso vielen bunten Bildchen. Jeden Tag musste man eines dieser Bildchen ausschneiden und aufkleben. Für jedes Kästchen hatte sich Gerhard Lang einen Vers ausgedacht. Der 'Münchner Adventskalender' fand schnell einen Platz in Kinderherzen und -zimmern.

Im Handel sind verschiedene Angebote erhältlich. Nicht immer muss er mit Schokoladenstücken gefüllt sein. Es gibt auch schöne Angebote mit biblischen Bildern oder Versen. Viel Freude bereitet es, einen Adventskalender selbst zu basteln. Für die 24 Tage können z.B. Stoffsäckchen genäht und unterschiedlich gefüllt werden. Der Hintergrund, auf dem sie aufgebracht werden, kann die Gestalt eines Hauses haben oder einer Person, z.B. dem Nikolaus nachgebildet sein.


Adventskranz
Auch der Adventskranz hilft zählen. Er zählt jedoch nicht die Tage, sondern die Wochen bis Heiligabend. Nicht immer hat es einen Adventskranz gegeben. Auch er hat eine Geschichte: Es war vor ungefähr 150 Jahren in Hamburg. Dort lebte der evangelische Pfarrer Johann Hinrich Wichern. Er sah in seiner Stadt viele Straßenkinder, die heimatlos herumstreunten und bettelten, weil sie niemand hatten, der für sie sorgte. Das ließ ihm keine Ruhe. Deshalb gründete er ein Waisenhaus. Es wurde das ‚Rauhe Haus' genannt und existiert heute noch. Hier fanden diese Kinder ein Zuhause.

 

Als nun die Adventszeit kam, wollte Johann Hinrich Wichern sie gern mit den Kindern besonders schön feiern. Für Adventskalender oder Geschenke, so wie heute, gab es kein Geld. Aber er hatte einen guten Einfall. Ab 1838 feierte er zunächst jeden Mittag, dann in den Dämmerstunden eine adventliche Kerzenandacht. Jeden Abend im Advent versammelte er die Kinder um sich zum Erzählen, Singen und Beten. Dazu zündete er am ersten Abend eine Kerze an, an jedem folgenden eine mehr bis zur 24. Kerze. Am Weihnachtsabend dann leuchtete ein Lichtermeer.

 

Einem Freund von Johann Hinrich gefielen diese adventlichen Feiern sehr, und er hatte eine weitere Idee. Im nächsten Advent baute er einen großen hölzernen Kronleuchter. Rundherum band er grüne Tannenzweige Auf ihm hatten nun alle 24 Kerzen Platz. Die Kinder freuten sich. Später hat Johann Hinrich Wichern selbst davon erzahlt:

 

Auf dem Kranze brennt das erste Licht, weil heute der erste Adventstag ist. Und kommt ihr morgen, dann brennen schon zwei, und übermorgen drei, und jeden Tag eines mehr. Und je mehr Lichter brennen desto näher rückt Weihnachten, und desto froher werden Knaben und Mädchen; und brennt der volle Kranz mit allen 24 Lichtern, dann ist er da, der heilige Christ, in all seiner Herrlichkeit.

 

Freunde von Johann Hinrich Wichern waren so begeistert, dass sie überall von diesem ersten Adventskranz erzählten. So dauerte es nicht lange da gab es in vielen Familien einen Adventskranz, Allerdings wurde aus dem großen Leuchter ein grüner Kranz aus Tannengrün mit vier Kerzen, für jede Adventswoche eine.

 

Das Tannengrün ist ein Symbol für das Leben, die Kreisform weist auf die Ewigkeit hin. - Der Adventskranz und die Kränze, die wir als Totenkränze haben, sind in Form und Material völlig gleich! - Früher einmal schmückte man den Kranz mit violetten Bändern und Kerzen. Violett ist auch die Farbe der Altartücher in der Adventszeit, denn sie ist ursprünglich - genau wie die Passionszeit vor Ostern - eine Zeit der Buße, des Fastens, der Vorbereitung.

'Wachsende Krippe'
In vielen Gegenden gibt es den Brauch, mit dem Beginn des Advents eine Krippe, eingebettet in eine Landschaft, aufzustellen. Dadurch wird das Geschehen, von dem die Bibel berichtet, bildlich vor Augen geführt. Man soll aber auch hier darauf achten, dass die jeweiligen Ereignisse nicht vor ihrer Zeit dargestellt werden. Die Krippe wird lebendig und gewinnt an Aussagekraft, wenn sie wächst, d.h. wenn sie erst nach und nach mit Personen und Gegenständen gefüllt wird. Das Kindlein wird erst am Heiligen Abend in die Krippe gelegt, die Könige kommen mit ihren Schätzen erst am 6. Januar (Epiphanias).


Plätzchen und Lebkuchen
gehören zur Adventszeit unverzichtbar hinzu. Wenn sie selbst gebacken sind, schmecken sie besonders gut. (siehe »» Weihnachten)


Barbaratag
Am 4. Dezember begeht man den Tag der heiligen Barbara. Der Legende nach lebte sie Anfang des 3. Jahrhunderts und starb wegen ihres Bekenntnisses zu Christus den Märtyrertod. Sie soll von ihrem eigenen Vater den Gerichten ausgeliefert worden sein. Sie gilt als Patronin der Bergleute und gehört zum Kreis der Vierzehn Nothlefer.
Der Brauch der Barbarazweige stammt aus dem 15. Jahrhundert. Am Barbaratag werden Zweige vom Kirsch-, Birnen- oder Pflaumenbaum abgeschnitten und in ein Gefäß mit Wasser gestellt. Sie werden an Weihnachten blühen und so auf ihre Weise die Frohe Botschaft verkünden: neues Leben beginnt mit Jesus, dem Retter und Erlöser: "Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart."
Mitten im Winter, in der dunklen und kalten Jahreszeit erhalten wir so ein Symbol des Lebens und der Hoffnung.


Nikolaus




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